Das polyzystische Ovarialsyndrom (PCOS), das neu international PMOS und auf Französisch meist «syndrome métabolique ovarien polyendocrinien» (SMOP) heisst1, ist eine häufige hormonelle Störung2. Die Weltgesundheitsorganisation schätzt, dass 10 bis 13 % der Frauen im gebärfähigen Alter betroffen sind3 und dass ein grosser Teil der Betroffenen nichts davon weiss4. Die Anzeichen sind von Person zu Person sehr unterschiedlich5.
Diese Seite bündelt Orientierungshilfen, um das Syndrom zu verstehen, einen Arzttermin vorzubereiten und die Quellen wiederzufinden. Sie ersetzt keine ärztliche Beratung.
Ein Name, der sich ändert
Im Mai 2026 hat ein internationaler Konsens einen neuen englischen Namen festgelegt: polyendocrine metabolic ovarian syndrome, kurz PMOS6. Der alte Name liess «Zysten» an den Eierstöcken vermuten, die kein Merkmal des Syndroms sind7. Der neue Name stellt seine drei Dimensionen in den Vordergrund: hormonell, metabolisch und ovariell8.
Auf Französisch ist in institutionellen Quellen die Form «syndrome métabolique ovarien polyendocrinien», kurz SMOP, am gebräuchlichsten1. Daneben ist auch die Variante SOMP in Umlauf9. Alter und neuer Name werden mehrere Jahre lang nebeneinander bestehen10, und die Änderung hat keinen Einfluss auf die Diagnosekriterien11.
Wir schreiben «PCOS (PMOS)»: «PCOS» bleibt der Begriff, nach dem die meisten Menschen suchen und der in vielen ärztlichen Berichten steht. Alles zum neuen Namen.
Wo Sie beginnen können
- PCOS verstehen: was man weiss, was unsicher bleibt und die häufigsten Irrtümer.
- Wie die Diagnose gestellt wird: worauf Fachpersonen achten, bei Erwachsenen und bei Jugendlichen.
- Den Arzttermin vorbereiten: ein Kit zum Ausdrucken, kostenlos und ohne Registrierung.
- Fragen für den Termin: eine Liste zum Mitnehmen, die Sie an Ihre Situation anpassen können.
Die Referenzquellen
Wir stützen uns in erster Linie auf die internationale Leitlinie von 2023, die von der Monash University koordiniert und in mehreren medizinischen Fachzeitschriften veröffentlicht wurde, auf das Faktenblatt der Weltgesundheitsorganisation sowie auf die öffentlich zugänglichen französischsprachigen Informationen der Assurance Maladie, des Inserm und der Genfer Universitätsspitäler (HUG).
Diese grundlegenden Informationen sind frei zugänglich, und das ist gut so. Die HUG bieten zum Beispiel eine Broschüre an, die ohne Registrierung heruntergeladen werden kann12. Unsere Aufgabe ist es, sie einfacher nutzbar zu machen: Fachbegriffe werden erklärt, es gibt Hilfsmittel zum Ausdrucken, und jede Aussage ist mit ihrer Quelle verknüpft. Sehen Sie sich das vollständige Literaturverzeichnis und unsere Arbeitsweise an.
Quellen dieser Seite
Jede Nummer führt zu einer neutralen Aussage und zu den Dokumenten, die sie stützen. Wir fassen diese Quellen mit eigenen Worten zusammen; die Links öffnen die Originaldokumente.
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Auf Französisch ist die von den konsultierten institutionellen Quellen am häufigsten verwendete Form «syndrome métabolique ovarien polyendocrinien» (SMOP); sie wird namentlich vom Inserm, von der Assurance Maladie (mit leicht abweichender Zeichensetzung) und von der RTS in der Schweiz verwendet.
Gesicherte Tatsache · geprüft am 18. Oktober 2026
Feststellung zum Sprachgebrauch am 18. Oktober 2026, keine offizielle Terminologie: Bis zu diesem Datum wurde keine Stellungnahme der HAS, des CNGOF oder von Schweizer Fachgesellschaften gefunden.
- Syndrome des ovaires polykystiques (SOPK) / Syndrome métabolique ovarien polyendocrinien (SMOP) (neuer Tab) — Inserm, Dossier geändert am 2. Juni 2026 (auf Französisch). Stelle: Titel und Vorspann des Dossiers. Abgerufen am 18. Oktober 2026.
- Comprendre le syndrome des ovaires polykystiques (SOPK) : définition, causes et fréquence (neuer Tab) — Assurance Maladie (ameli.fr), Seite aktualisiert am 9. Juni 2026 (auf Französisch). Stelle: Zusammenfassung und erster Zwischentitel. Abgerufen am 18. Oktober 2026.
- Le SMOP : mieux comprendre le syndrome métabolique ovarien polyendocrinien (neuer Tab) — RTS (Radio Télévision Suisse), Sendung vom 15. September 2026 (auf Französisch). Stelle: Titel der Sendung. Abgerufen am 18. Oktober 2026.
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Die WHO beschreibt eine häufige hormonelle Störung, bei der höhere Androgenspiegel als normal zu unregelmässigen Monatsblutungen, Störungen des Eisprungs, Unfruchtbarkeit, übermässiger Körperbehaarung und/oder Akne führen können.
Gesicherte Tatsache · geprüft am 18. Oktober 2026
- Polycystic ovary syndrome (Faktenblatt) (neuer Tab) — Weltgesundheitsorganisation (WHO), Faktenblatt vom 22. Januar 2026 (vor der Namensänderung) (auf Englisch). Stelle: Key facts. Abgerufen am 18. Oktober 2026.
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Die WHO und die internationale Leitlinie schätzen, dass 10 bis 13 % der Frauen im gebärfähigen Alter betroffen sind.
Gesicherte Tatsache · geprüft am 18. Oktober 2026
Die Schätzungen variieren je nach Kriterien und Quellen (Ameli: 6 bis 13 %; Lancet-Publikation: eine von acht Frauen).
- Polycystic ovary syndrome (Faktenblatt) (neuer Tab) — Weltgesundheitsorganisation (WHO), Faktenblatt vom 22. Januar 2026 (vor der Namensänderung) (auf Englisch). Stelle: Key facts; Scope of the problem. Abgerufen am 18. Oktober 2026.
- Recommendations From the 2023 International Evidence-based Guideline for the Assessment and Management of Polycystic Ovary Syndrome (neuer Tab) — Monash University und International PCOS Network — J Clin Endocrinol Metab, J Clin Endocrinol Metab 2023;108(10):2447–2469 (gleichzeitig veröffentlicht in Hum Reprod, Fertil Steril, Eur J Endocrinol) (auf Englisch). Stelle: Introduction; Empfehlung 1.6.1. Abgerufen am 18. Oktober 2026.
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Laut der WHO dürften bis zu 70 % der Betroffenen nicht diagnostiziert sein.
Gesicherte Tatsache · geprüft am 18. Oktober 2026
Weltweite Schätzung der WHO.
- Polycystic ovary syndrome (Faktenblatt) (neuer Tab) — Weltgesundheitsorganisation (WHO), Faktenblatt vom 22. Januar 2026 (vor der Namensänderung) (auf Englisch). Stelle: Scope of the problem. Abgerufen am 18. Oktober 2026.
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Die Anzeichen sind von Person zu Person verschieden, treten nicht immer gleichzeitig auf und können sich mit der Zeit verändern.
Gesicherte Tatsache · geprüft am 18. Oktober 2026
- Polycystic ovary syndrome (Faktenblatt) (neuer Tab) — Weltgesundheitsorganisation (WHO), Faktenblatt vom 22. Januar 2026 (vor der Namensänderung) (auf Englisch). Stelle: Symptoms. Abgerufen am 18. Oktober 2026.
- Comprendre le syndrome des ovaires polykystiques (SOPK) : définition, causes et fréquence (neuer Tab) — Assurance Maladie (ameli.fr), Seite aktualisiert am 9. Juni 2026 (auf Französisch). Stelle: «Quelles sont les perturbations hormonales…». Abgerufen am 18. Oktober 2026.
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Ein internationaler Konsensprozess hat «polyendocrine metabolic ovarian syndrome» (PMOS) als neuen englischen Namen des Syndroms gewählt, das bisher «polycystic ovary syndrome» (PCOS) hiess.
Gesicherte Tatsache · geprüft am 18. Oktober 2026
- Polyendocrine metabolic ovarian syndrome, the new name for polycystic ovary syndrome: a multistep global consensus process (neuer Tab) — The Lancet, Lancet 2026;407(10545):2329–2339 — online am 12. Mai 2026 (PubMed-Zusammenfassung geprüft; Volltext nicht eingesehen) (auf Englisch). Stelle: Zusammenfassung (Findings / Interpretation). Abgerufen am 18. Oktober 2026.
- Terminology Update and Summary (PCOS to PMOS) (neuer Tab) — Monash Centre for Health Research and Implementation (MCHRI), Mai 2026 (PDF-Datei vom 24. Juli 2026) (auf Englisch). Stelle: p. 1. Abgerufen am 18. Oktober 2026.
- Recommendations from the 2023 International Evidence-based Guideline for the Assessment and Management of Polyendocrine Metabolic Ovarian Syndrome (neuer Tab) — American Society for Reproductive Medicine (ASRM), Web-Fassung von Fertil Steril 2023;120:767–793, mit dem neuen Namen betitelt (auf Englisch). Stelle: Titel und Einleitung der Seite. Abgerufen am 18. Oktober 2026.
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Die «Zysten», auf die der alte Name verweist, sind kein Merkmal des Syndroms: Das Bild der Eierstöcke im Ultraschall entspricht Follikeln, deren Entwicklung stehen geblieben ist, und Zysten sind für die Diagnose nicht erforderlich.
Gesicherte Tatsache · geprüft am 18. Oktober 2026
- Terminology Update and Summary (PCOS to PMOS) (neuer Tab) — Monash Centre for Health Research and Implementation (MCHRI), Mai 2026 (PDF-Datei vom 24. Juli 2026) (auf Englisch). Stelle: p. 1, «Why the name needed to change». Abgerufen am 18. Oktober 2026.
- Polycystic ovary syndrome (Faktenblatt) (neuer Tab) — Weltgesundheitsorganisation (WHO), Faktenblatt vom 22. Januar 2026 (vor der Namensänderung) (auf Englisch). Stelle: Abschnitt «Diagnosis». Abgerufen am 18. Oktober 2026.
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Die Begriffe «polyendocrine» (polyendokrin), «metabolic» (metabolisch) und «ovarian» (ovariell) wurden gewählt, um die Beteiligung mehrerer Körpersysteme widerzuspiegeln: Der neue Name verzichtet auf die Erwähnung von Zysten und beschreibt eine zugleich hormonelle (endokrine), metabolische und ovarielle Funktionsstörung.
Konsens von Fachleuten · geprüft am 18. Oktober 2026
- Polyendocrine metabolic ovarian syndrome, the new name for polycystic ovary syndrome: a multistep global consensus process (neuer Tab) — The Lancet, Lancet 2026;407(10545):2329–2339 — online am 12. Mai 2026 (PubMed-Zusammenfassung geprüft; Volltext nicht eingesehen) (auf Englisch). Stelle: Zusammenfassung (Schluss). Abgerufen am 18. Oktober 2026.
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Die vom Team von Monash verbreiteten französischsprachigen Dokumente verwenden eine andere Form: «syndrome ovarien métabolique polyendocrinien» (SOMP).
Gesicherte Tatsache · geprüft am 18. Oktober 2026
- Messages simples pour les patientes (SOMP) (neuer Tab) — Monash University (MCHRI), PDF vom 25. Mai 2026 (auf Französisch). Stelle: p. 1. Abgerufen am 18. Oktober 2026.
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Die Verantwortlichen des Konsenses sehen eine Übergangszeit von drei Jahren vor, in der beide Namen nebeneinander bestehen; die Aktualisierung der internationalen Leitlinie von 2028 soll ausschliesslich den neuen Namen verwenden.
Gesicherte Tatsache · geprüft am 18. Oktober 2026
Die Zusammenfassung im Lancet erwähnt eine Übergangszeit, ohne deren Dauer anzugeben; die Dauer stammt aus den Dokumenten von Monash.
- Terminology Update and Summary (PCOS to PMOS) (neuer Tab) — Monash Centre for Health Research and Implementation (MCHRI), Mai 2026 (PDF-Datei vom 24. Juli 2026) (auf Englisch). Stelle: p. 4. Abgerufen am 18. Oktober 2026.
- Polycystic ovary syndrome renamed to reflect condition's complexity (neuer Tab) — Monash Health, Artikel vom 22. Mai 2026 (auf Englisch). Stelle: Haupttext des Artikels. Abgerufen am 18. Oktober 2026.
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Laut dem Team, das die internationale Leitlinie koordiniert, ändert die Namensänderung weder den Inhalt der Empfehlungen von 2023 noch die Diagnosekriterien noch den Behandlungsansatz.
Gesicherte Tatsache · geprüft am 18. Oktober 2026
- Terminology Update and Summary (PCOS to PMOS) (neuer Tab) — Monash Centre for Health Research and Implementation (MCHRI), Mai 2026 (PDF-Datei vom 24. Juli 2026) (auf Englisch). Stelle: p. 1 und p. 4. Abgerufen am 18. Oktober 2026.
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Die HUG bieten eine Informationsbroschüre zu PCOS an, die ohne Registrierung heruntergeladen werden kann, in einer Ausgabe vom November 2020, nachgedruckt im Oktober 2022.
Gesicherte Tatsache · geprüft am 18. Oktober 2026
- Le syndrome des ovaires polykystiques (SOPK) — Informations pour les femmes concernées (neuer Tab) — Hôpitaux Universitaires de Genève (HUG), Service de gynécologie, November 2020, Nachdruck Oktober 2022 (vor der Leitlinie von 2023) (auf Französisch). Stelle: p. 12 (Angaben zur Ausgabe). Abgerufen am 18. Oktober 2026.
